Jenaer bester Freizeitspieler

Norman Eckardt gewinnt Volkssportturnier des TSV Merseburg und der MZ

Peter Fischer„Es hat mir trotzdem sehr viel Spaß gemacht", zog der 69-Jährige Peter Fischer aus Mücheln ein kurzes Resümee. Er war am Freitag im Finale des erstmalig vom TSV 1990 Merseburg und der Mitteldeutschen Zeitung durchgeführten Tischtennis-Freizeitturniers in der Dürerhalle Merseburg gescheitert. Der 40 Jahre jüngere Jenaer Norman Eckardt hatte die Oberhand behalten und entschied das Endspiel klar mit 3:0-Sätzen für sich. Nach der Auslosung gingen die Freizeitsportler in sieben Dreierund einer Zweiergruppe an die Tische. Edith Habel war das Losglück nicht hold, hatte sie doch mit Norbert Rygoll und Roland Bugar zwei starke Gegner in ihrer Gruppe. „Wenn es bei mir nicht klappt, werde ich mit meinem Schwager Wilfried mitfiebern", sagte die 66-Jährige, die sonst nur an der heimischen Tischtennisplatte mit ihrem Ehemann und Freunden spielt. Sie schied in der ersten Runde als Drittplatzierte ihrer Gruppe leider aus. In das Achtelfinale hatte es hingegen Tim Holzhausen (12), einer der jüngsten Turnierteilnehmer, geschafft. Bei dem Nachwuchstalent des TSV 90 waren gute Ansätze zu erkennen, doch sein Gegner Peter Fischer, der spätere Finalteilnehmer, konnte mit seiner Routine überzeugen. Durch ein 0:3 war für Tim nach der zweiten Runde Schluss. Der Altersunterschied der Kontrahenten, der in diesem Spiel 57 Jahre betrug, bewies den Volkssportcharakter der Veranstaltung. In das Achtelfinale eingezogen war auch Peter Piechotta (49), der dort auf Wolfram Weiwad (37) traf. Der sportbegeisterte Piechotta, gleichzeitig Präsident des Landesverbandes der DLRG, bewies seine Vielseitigkeit. Früher als Kind habe er oft Tischtennis gespielt, aber nie in einem Verein. „Ich folge gern solchen Aufrufen wie diesem und mache mit um Spaß zu haben", strahlte der 49-Jährige nach seinem 3:0-Sieg über Weiwad, denn er hatte damit sogar das Viertelfinale erreicht. Unter den besten Acht kamen die Freizeitsportler dann richtig ins Schwitzen. Michael Heinreich(43) hatte gegen seinen jüngeren Gegner Stephan Oberreich verloren. „Hier konnte ich nicht mehr mithalten", gab Heinrich zu. Die Besten an diesem Tag, Peter Fischer und Norman Eckardt, standen im Finale. Eckardt, der eigentlich aus Jena kommt, wurde von seiner Schwiegermutter Petra Thimme auf das Turnier aufmerksam gemacht und war extra dafür angereist. „Ich hatte es in der Zeitung gelesen und weiß ja, dass Norman gern Tischtennis spielt. Da habe ich ihm Bescheid gesagt und es hat sich gelohnt", war auch sie begeistert, dass es am Ende zum Turniersieg gereicht hat. Aber auch Fischer zeigte sich zufrieden.Shokampf Blaszczyk  - Plachy „Mit dem zweiten Platz habe ich nicht gerechnet.", so der sportbegeisterte 69-Jährige Rentner, der sich regelmäßig einmal pro Woche mit Freunden zum Tischtennisspielen trifft. „Jetzt muss ich mich beeilen. Ich will doch die Profis sehen", erklärte Fischer und verschwand in den Umkleideräumen. Denn die Augen in der Halle und auf den Zuschauerrängen richteten sich schon auf die beiden mehrfachen Olympia-, Welt- und Europameisterschaftsteilnehmer, Lucjan Blaszcyk und Josef Plachy. Sie waren bereits an der Platte und spielten sich zum Aufwärmen einige Bälle mit „erschreckend" schnellem Tempo zu. In einem Schaukampf zeigten die beiden dann Tischtennis auf höchstem Niveau. Es schien so, als hätten sie die Gesetze der Physik außer Kraft gesetzt. Schmetterbälle, Topspinschüsse, Effet - und jede Menge Gags. So wurde, wenn ein Ball zu weit kam, die Platte ein Stück verschoben oder über die Absperrung hinaus gespielt. Auch mit dem Schläger im Mund kam der Ball auf der Gegenseite an. Bälle mit dem Kopf, der Fußsohle, oder ein Spiel im Sitzen hinter der Platte, waren Showeinlagen, die die Profis zum Besten gaben und die bei den Zuschauern Würdigung fanden. Kurzum, die beiden hatten am Freitagabend die ganze Halle voll im Griff.

von Anke Losack
 

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